Artenhilfsprogramm


Für eine biologische Vielfalt


Artenhilfsprogramm

Um bestehende Vorkommen von gefährdeten Amphibienarten wie Kreuzkröte, Laubfrosch und Rotbauchunke zu fördern, werden im Rahmen des Artenhilfsprogrammes des Kreises Schleswig-Flensburg Jungtiere dieser Arten aufgezogen und in geeigneten neuen Lebensräumen ausgesetzt. Dafür werden Laichballen gesammelt und unter optimalen Bedingungen in Aufzuchtbecken aufgezogen. Auf diese Weise überleben nahezu alle Kaulquappen, bis sie die Entwicklung zum erwachsenen Tier abgeschlossen haben. Es werden ausschließlich Laichballen aus Lebensräumen entnommen, die über eine stabile und große Population verfügen. Eine Population bezeichnet die Anzahl der Tiere einer Art in einem bestimmten Gebiet.

Seltene Arten sind unter natürlichen Bedingungen nicht mehr oder nur noch selten in der Lage, ausreichend Nachkommen zu erzeugen, die für den Erhalt der Population sowie die Besiedlung neuer Lebensräume notwendig sind. Natürliche Verluste durch Fressfeinde und ungünstige Umweltbedingungen können zu einem Verlust von einem Großteil des Laichs und der Jungtiere führen. Zusätzlich verhindert die Zerschneidung der Landschaft z.B. durch Straßenbau, Siedlungen und intensive landwirtschaftliche Nutzung die Amphibienwanderung und damit die eigenständige Besiedlung neuer Lebensräume. Daher ist es sinnvoll, durch gezielte Maßnahmen dem langfristigen Fortpflanzungserfolg nachzuhelfen.

Wenn die Kaulquappen in den Aufzuchtbecken ihre Verwandlung zum erwachsenen Tier abgeschlossen haben, werden die Jungtiere wieder in die Natur entlassen. Solch gezielte Artenhilfsmaßnahmen machen jedoch nur Sinn, wenn die aufgezogenen Amphibien in Lebensräume ausgesetzt werden, die die Möglichkeit für die zukünftige Bildung einer ausreichend großen Population bieten. Ziel ist die Bildung von Amphibienvorkommen, die sich auf Dauer selbst erhalten. Die Voraussetzungen dafür sind ausreichend große Lebensräume, die untereinander verbunden sind und geeignete Lebensbedingungen für die entsprechenden Arten bieten.

Wussten Sie schon?

Die Aufzucht des Laichs von allen Fröschen und Kröten kann nur durch Experten erfolgen und bedarf einer Genehmigung vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Das private Entnehmen von Laich aus der Natur ist gesetzlich verboten und wird teils mit hohen Strafen geahndet.