Die Bilanz


Unsere Maßnahmen schlagen Wurzeln


Amphibienleitsystem

Jährlich fallen viele Amphibien bei der Überquerung von befahrenen Straßen dem Verkehr zum Opfer. Die Amphibien wandern jeden Frühling aufs Neue zu ihren Laichgewässern und nach einigen Wochen wieder zurück zu den Orten, wo sie überwintern. Der Ausbau des Wegenetzes führt jedoch dazu, dass immer mehr Wanderrouten der Amphibien von Straßen durchkreuzt werden. So kommen viele Frösche, Kröten und Molche auf der jährlichen Wanderung ums Leben, was bei den teils gefährdeten Arten zu schweren Bestandseinbußen führen kann.

Im Rahmen der Umsetzungsstrategie des Kreises Schleswig-Flensburg zur Verwendung von Ersatzgeld wird ein ganzheitlicher sowie langfristiger Ansatz verfolgt, um Artenschutzmaßnahmen umzusetzen. Im Kreisgebiet werden Lebensräume für Amphibien durch die Extensivierung von ehemals intensiv genutzten Flächen in Kombination mit umfangreichen biotopgestaltenden Maßnahmen wie u.a. der Schaffung von Kleingewässern gefördert. Ergänzend werden, unter Berücksichtigung der Beschaffenheit der zur Verfügung stehenden Flächen, geeignete Überwinterungsmöglichkeiten geschaffen.

Der Einbau von Amphibienleitsystemen kann daher unter bestimmten Voraussetzungen als Ergänzung zu und in Verbindung mit anderen langfristigen naturschutzfachlichen Flächensicherungen und biotopgestaltenden Maßnahmen gefördert werden. Von diesen naturschutzfachlichen Maßnahmen profitieren nicht nur Amphibien, sondern eine Vielzahl von weiteren Arten. Amphibienleitsysteme zeichnen sich nach Einbau durch einen vergleichbaren geringen bis keinen Betreuungsaufwand sowie eine lange Haltbarkeit aus. Neben der Einbindung in ein funktionierendes Biotopverbundsystem müssen für die Förderung für einen Einbau von einem Amphibienleitsystem weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören u.a. das Vorhandensein sehr großer Populationen einzelner Amphibienarten sowie das Vorkommen von ausreichend großen Populationen von Amphibienarten, die im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet und deshalb nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind.