Artenschätze

Gewöhnliche Kuhschelle


Gewöhnliche Kuhschelle
Pulsatilla vulgaris
Gewöhnliche KuhschelleGewöhnliche KuhschelleGewöhnliche KuhschelleGewöhnliche KuhschelleGewöhnliche Kuhschelle

Gewöhnliche Kuhschelle

Die Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris), auch Küchenschelle genannt, ist eine ausdauernde (= mehrjährige), krautige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Da sie Konkurrenz durch wüchsige Pflanzenarten nur schlecht verträgt, gedeiht die Gewöhnliche Küchenschelle am besten an Orten, an denen die Wachstumsbedingungen für viele andere Pflanzen ungünstig sind, u.a. an mageren, sehr trockenen und sonnigen (oftmals südexponierten) Standorten, und häufig auf kalkhaltigen Böden. Mit ihrer dichten, weißlich-silbrigen Behaarung ist sie dabei selbst optimal gegen Austrocknung geschützt. Die Kuhschelle erreicht in ihrer Blütezeit (März bis Mai) eine Wuchshöhe von ca. 15 cm. Die violett bis purpurnen Blüten dienen in dieser führen Phase des Jahres Bienen als Nektarspender. Ihre auffälligen Fruchtstände (zahlreiche, in einem kleinen Köpfchen gebündelte „Federschweife“) werden anschließend bis zu 40 cm hoch und können damit die umgebende Vegetation überragen. Bei Nässe bleiben die an den „Federschweifen“ angebrachten Samen im Fell von Tieren hängen und werden auf diese Weise über größere Entfernungen transportiert. Bei trockenen Bedingungen ist eine Verbreitung durch Wind in einer Distanz von bis zu 80 m möglich. Sollten die Samen einmal dennoch direkt neben der Mutterpflanze auf den Boden fallen, können sie sich beim Wechsel zwischen trockenen und feuchten Bedingungen durch Wasseraufnahme und Abgabe und damit durch Strecken und Zusammenziehen des „Federschweifes“ eigenständig um 10 bis 20 cm fortbewegen, um sich anschließend mit ihren scharfen Spitzen durch hygroskopische Bewegungen in den Boden einzugraben und dort zu keimen.

Trotz ihrer raffinierten Ausbreitungsmechanismen ist die Kuhschelle, insbesondere aufgrund des Mangels an extensiv bewirtschafteten, mageren Standorten in Schleswig-Holstein, heute vom Aussterben bedroht und durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt.

Wussten Sie schon?

Die Gewöhnliche Kuhschelle verdankt ihren Namen der glockenförmigen Blüte, die an den Halsschmuck von Kühen erinnert. Das ebenfalls gebräuchliche Synonym „Küchenschelle“ ist eine Verniedlichungsform des Wortes Kuhschelle und hat damit keinen Bezug zur Küche bzw. der Zubereitung von Nahrung. Vielmehr ist die Gewöhnliche Kuhschelle, wie die meisten Hahnenfußgewächse auch, giftig. Sie wird aufgrund ihres Hohen Gehaltes an bitterem und reizenden Protoanemonin von den meisten Weidetieren gemieden.