Neue Lebensräume

Wanderup
Kamplanger Weg


Wanderup
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Wanderup - die Fläche

In den Jahren 2023 und 2024 wurden durch den Kreis Schleswig-Flensburg mit Ersatzgeld-Mitteln auf einer Fläche von ca. 17 ha biotopgestaltende Maßnahmen umgesetzt, um einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum zu bieten und bestehende Strukturen naturschutzfachlich aufzuwerten.

Die Maßnahmenfläche ist Teil eines insgesamt fast 34 ha großen, zusammenhängenden, für den Naturschutz zur Verfügung stehenden Flächenkomplexes im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein entlang der Jerrisbek. 9,6 ha große Teilflächen dieses Flächenkomplexes konnten im Jahr 2017 durch den Kreis Schleswig-Flensburg mithilfe von Ersatzgeld zugunsten der Stiftung Naturschutz erworben werden. Zuvor wurden diese Flächen landwirtschaftlich intensiv für den Anbau von Ackergras genutzt. 

Die Maßnahmen und Ziele

Durch Abtrag des Oberbodens wurden acht dauerhaft wasserführende sowie mehrere zeitweise trockenfallende Kleingewässer (Blänken) angelegt, die verschiedenen Amphibienarten geeignete Laichplätze bieten. Zudem wurde an drei Stellen Oberboden abgetragen, um offene Sandflächen freizulegen. Hiervon profitieren u.a. seltene, an magere Offenbodenstellen angepasste Pflanzen wie das Bergsandglöckchen oder das Silbergras sowie bodennistende Wildbienen und Sandlaufkäfer. 

An verschiedenen Stellen auf der Maßnahmenfläche angelegte Strukturen wie Lesesteinhaufen und Totholzhaufen bieten Lebensraum und Rückzugsorte für Insekten, Vögel, Reptilien und Amphibien. 

Im Umfeld eines bereits vorhandenen Kleingewässers musste die invasive Spätblühende Traubenkirsche entfernt werden. Diese aus Nordamerika nach Europa eingeschleppte Baumart breitet sich sehr schnell aus und verdrängt viele heimische Pflanzen, indem sie diese schnell überwuchert und ihnen das Licht zum Wachsen nimmt. Eine Fällung der Bäume genügt in der Regel nicht - auch die Wurzeln und deren Ausläufer müssen durch Rodung entfernt werden.

Für die naturschutzfachliche Wiedervernässung der Fläche wurden an drei Stellen Gräben angestaut und mit regulierbaren Überläufen ausgestattet. Auf diese Weise können die Wasserstände hinsichtlich der Herstellung geeigneter Lebensbedingungen für verschiedene Wiesenvogelarten sowie Pflanzen- und Insektenarten des Feucht- und Nassgrünlands optimiert werden. Durch die Möglichkeit der Wasserstands-Regulation wird gleichzeitig eine extensive Bewirtschaftung durch Beweidung und/oder Mahd ermöglicht. Bei starken Regenfällen dient die Fläche als Retentionsfläche und hilft dabei, Hochwasserereignisse im Einzugsgebiet der Jerrisbek abzumildern. Die Wiedervernässung von ehemals entwässerten Niederungsbereichen und Mooren kann zudem CO2-Emissionen aus den Böden reduzieren und einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. 

Große Teile der in den Jahren 2023-2024 naturschutzfachlich aufgewerteten Fläche sind mit gebietsheimischen Gräsern und Kräutern (Regiosaat) eingesät worden. Je nach örtlichen Gegebenheiten kamen angepasste Mischungen für trocken-magere, feuchte und mittlere Standorte zum Einsatz. Mithilfe der eingesäten Arten soll aus der ehemals monotonen, gräserdominierten Grünlandfläche langfristig ein blütenreiches und schützenswertes arten- und strukturreiches Wertgrünland entwickelt werden. Blütenpflanzen wie beispielsweise Wiesenschaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke, Sumpfhornklee, Großer Klappertopf oder Wiesen-Flockenblume sollen dann Insekten ausreichend Nahrung bieten. 

Zukünftig werden auf der Fläche neben Zielarten wie Kiebitz, Feldlerche, Bekassine, Wiesenpieper u.a. auch der Moorfrosch, die Knoblauchkröte, die Ringelnatter und die Sumpfschrecke erwartet.

Die Aufwertung in Bildern