Neue Lebensräume

Havetoft
Heideberg (Holming)


Havetoft
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Havetoft - die Fläche

Hier investieren der Kreis Schleswig-Flensburg und die Bunde Wischen eG in den Natur- und Artenschutz.

Die Knapp 6,4 ha große Maßnahmenfläche liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum FFH-Gebiet „Wald-, Moor- und Heidelandschaft der Fröruper Berge und Umgebung“ und ist eingebettet in einen mehr als 100 ha großen Komplex aus extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen, Wäldern und privaten Ökokontoflächen. Die Fläche umfasst einen Niedermoorbereich im Talraum der Holmingau sowie, höher gelegenen, eher sandigen Bereich oberhalb der Talkante.

Die Fläche wird im Verbund mit angrenzen Flächen extensiv durch Robustrinder beweidet und z.T. ergänzend im Spätsommer oder Herbst für die Gewinnung von Winterfutter gemäht.

Die Maßnahmen und Ziele

Entlang der Talkante der Holmingau wurden zwei Stillgewässer mit überwiegend flachen, sonnenexponierten Uferzonen angelegt. Neben Erdkröte und Grasfrosch konnten hier mittlerweile auch Teich- und Kammmolch sowie zahlreiche Libellenarten, wie z.B. Glänzende Binsenjungfer und Kleine Pechlibelle, nachgewiesen werden. Im Uferbereich des weiter nördlich gelegenen Stillgewässers wurde zudem eine Steilwand angelegt, um geeignete Lebensraumstrukturen für Erdbienen, Grabwespen und den Eisvogel zu schaffen. 

Im Rahmen der Gewässererstellung wurden vorhandene Drainagen entfernt, um Teilbereiche der Fläche wieder zu vernässen.

Im Bereich oberhalb der Talkante wurde Oberboden abgetragen, um offene Sandflächen zu schaffen. Diese bieten insbesondere konkurrenzschwachen Pflanzenarten und zahlreichen an diese extremen Standorte angepassten Insekten einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum.

Große Teile der in den Jahren 2020-2021 naturschutzfachlich aufgewerteten Fläche sind mit gebietsheimischen Gräsern und Kräutern (Regiosaat) eingesät worden. Je nach örtlichen Gegebenheiten kamen angepasste Mischungen für trocken-magere, feuchte und mittlere Standorte zum Einsatz. Mithilfe der eingesäten Arten soll aus der ehemals monotonen, gräserdominierten Grünlandfläche langfristig ein blütenreiches und schützenswertes arten- und strukturreiches Wertgrünland entwickelt werden. Blütenpflanzen wie beispielsweise Wiesenschaumkraut, Kuckucks-Lichtnelke, Sumpfhornklee, Sumpf-Schafgarbe, Großer Klappertopf, Wilde Möhre oder Wiesen-Flockenblume sollen dann Insekten ausreichend Nahrung bieten. 

Vier Gehölzpflanzungen aus heimischen Gehölzen wie u.a. Weißdorn, Schlehe, Wild-Apfel, Stiel-Eiche und Vogelbeere wurden auf der Fläche angelegt. Eine Vielzahl von Vögeln, Kleinsäugern und Insekten nutzt standortheimische, blütenreiche Gehölze als Nahrungs-, Brut- und Rückzugshabitat. In den ersten Jahren werden die Gehölze mit Wildschutzzäunen vor Verbiss geschützt. An den vorhandenen Eckpfosten wurden Nistkästen für Vögel angebracht.

Am Rande der Stillgewässer, Sandflächen und Gehölzstrukturen wurden Lesesteinhaufen errichtet. Sie dienen als Rückzugsort und Winterquartier für Reptilien und Amphibien.

Durch den geschaffenen Strukturreichtum und die enge räumliche Vernetzung mit anderen naturschutzfachlich bedeutsamen Flächen in der näheren Umgebung besitzt die Maßnahmenfläche auch aus ornithologischer Sicht eine große Bedeutung. Neben den Brutvorkommen von 15 heimischen Vogelarten wurden u.a. auch gefährdete oder geschützte Vogelarten wie das Blaukehlchen, der Eisvogel, die Feldlerche, der Kiebitz, der Star, der Neuntöter, die Wachtel und der Wiesenpieper als Nahrungsgäste und Durchzügler auf der Fläche nachgewiesen.

Die Fläche in Bildern

 

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Ausgewählte nachgewiesene Arten

Grasfrosch
Kleine Pechlibelle
Kiebitz
Wiesenpieper
Braune Mosaikjungfer
Gemeine Heidelibelle
Großer Blaupfeil
Vierflecklibelle
Mückenfledermaus
Hauhechelbläuling
Kleiner Fuchs